Kolumne · Brunos Meckerkiste

Konsumflut – mein Haushalt ist ein Zubehör-Meer ohne Ufer

Kabel, Dübel, Ladegeräte und Dekoration vermehren sich in Brunos Schubladen. Die Lösung ist keine neue Kiste, sondern eine ruhige Entscheidung über das, was bleiben darf.

Inhalt

  1. Die Schublade schlägt zurück
  2. Ordnung kauft man nicht
  3. Alles Gleiche an einen Ort
  4. Kleine Bereiche statt Großangriff
  5. Wieder Land in Sicht

Die Schublade schlägt zurück

Ich suche ein Ladekabel. Beim Öffnen der Schublade kommen mir drei alte Netzteile, zwei Rollen Klebeband und ein Beutel unbekannter Schrauben entgegen. Das gesuchte Kabel finde ich nicht. Wahrscheinlich liegt es in einer Kiste, die ich gekauft habe, um die anderen Kisten zu ordnen.

Zubehör kommt meist harmlos ins Haus. Ein Adapter hier, eine Ersatzbatterie dort. Jeder Gegenstand verspricht, irgendwann nützlich zu sein. Zusammen bilden sie ein Lager für Notfälle, die nie eintreten.

Ordnung kauft man nicht

Neue Kästen und Einteilungen sehen im Geschäft überzeugend aus. Doch eine schöne Kiste macht aus zu vielen Dingen nur gut verpackte Unordnung. Bevor ich Ordnungsmittel kaufe, muss ich entscheiden, was ich wirklich brauche.

Das fällt schwer, weil an jedem Teil eine Möglichkeit hängt. Vielleicht passt dieser Stecker eines Tages. Vielleicht repariere ich das Gerät noch. Meist weiß ich nicht einmal mehr, zu welchem Gerät das Teil gehörte.

Alles Gleiche an einen Ort

Ich sammle zuerst gleiche Dinge zusammen. Alle Kabel auf den Tisch, alle Batterien an einen Platz, alle Kleber nebeneinander. Erst dann sehe ich, wie viel vorhanden ist. Funktionsfähige Stücke werden geprüft, eindeutig beschriftet und gemeinsam aufbewahrt.

Defektes kommt fachgerecht weg. Gute doppelte Dinge kann jemand anderes gebrauchen. Bei Elektroteilen und Batterien achte ich auf die vorgesehenen Sammelstellen.

Kleine Bereiche statt Großangriff

Der ganze Haushalt muss nicht an einem Tag fertig werden. Eine Schublade in einer Viertelstunde reicht. Was oft gebraucht wird, bleibt gut erreichbar. Seltene Dinge dürfen weiter weg. Was seit Jahren weder erkannt noch benutzt wurde, braucht einen sehr guten Grund zum Bleiben.

Vor einem Neukauf warte ich kurz und prüfe, ob etwas Passendes bereits da ist. Ein neues Teil darf möglichst nur einziehen, wenn ein altes geht.

Wieder Land in Sicht

Am Ende finde ich das Ladekabel. Es lag bei den Weihnachtslichtern, aus Gründen, die nur mein früheres Ich kennt. Jetzt hat es einen festen Platz und ein lesbares Schild.

Ordnung ist kein Möbelstück. Sie entsteht aus wenigen klaren Entscheidungen, die regelmäßig wiederholt werden. Das klingt weniger aufregend als ein neues Aufbewahrungssystem. Dafür lässt sich die Schublade anschließend schließen.