Kolumne · Brunos Meckerkiste Einkaufswagen auf Diät
Der Wagen ist nicht voller als früher, aber der Kassenbon wird länger. Bruno schaut hin, wo das Geld bleibt und wie man beim Einkaufen die Ruhe behält.
Inhalt
Derselbe Wagen, eine andere Rechnung
Früher schob ich einen vollen Einkaufswagen zur Kasse und wusste ungefähr, was mich erwartete. Heute liegt weniger im Wagen, aber die Summe auf der Anzeige klettert, als wolle sie aufs Dach. Helga schaut auf den Bon, ich schaue in den Wagen. Wir beide suchen die Einkäufe, die angeblich so viel Geld gekostet haben.
Natürlich ist vieles teurer geworden. Das merkt jeder Haushalt. Besonders deutlich wird es bei den Dingen, die immer wieder gebraucht werden: Brot, Milch, Gemüse, Kaffee oder Waschmittel. Auf jedes Einzelteil kommen vielleicht nur ein paar Cent oder Euro. Zusammen wird daraus ein ordentlicher Betrag.
Kleine Packungen, große Wirkung
Manchmal bleibt der Preis fast gleich, doch in der Packung steckt weniger. Das fällt nicht sofort auf, weil Schachtel und Beutel noch genauso aussehen. Erst zu Hause wundert man sich, warum der Vorrat schneller verschwindet.
Darum schaue ich inzwischen nicht nur auf den großen Preis am Regal. Der Preis pro Kilogramm oder Liter sagt mehr. Die Schrift ist oft klein, aber sie ist ehrlicher als mancher rote Angebotszettel. Wer nicht gut lesen kann, darf nachfragen oder kurz die Lupe am Handy benutzen. Das ist keine Schwäche, sondern Selbstschutz.
Angebote brauchen einen zweiten Blick
Ein Angebot spart nur Geld, wenn man die Ware wirklich braucht. Drei Packungen zum Sonderpreis sind kein Gewinn, wenn zwei davon später im Schrank alt werden. Auch Kundenkarten und Apps können günstig sein. Sie können den Einkauf aber ebenso unübersichtlich machen.
Ich schreibe deshalb vorher auf, was fehlt. Was nicht auf dem Zettel steht, muss einen guten Grund haben, in den Wagen zu springen. Schokolade bringt diesen Grund manchmal überzeugend vor. Ein zweiter Karton Reinigungsmittel eher nicht.
Ein einfacher Einkauf hilft
Eine kleine Wochenplanung nimmt Druck heraus. Zwei oder drei Mahlzeiten vorab zu überlegen reicht oft schon. Dazu kommen ein paar haltbare Grundlagen und etwas Platz für Reste. So muss niemand jeden Tag losziehen und sich erneut durch Preise und Verlockungen arbeiten.
Auch Eigenmarken sind einen Blick wert. Nicht alles Günstige ist schlechter, und nicht alles Teure ist besser. Entscheidend sind Geschmack, Inhalt und das, was der eigene Haushalt wirklich verbraucht.
Brunos Schluss an der Kasse
Ich werde die Preise nicht mit einem bösen Blick senken. Aber ich kann genauer hinschauen, vergleichen und Dinge liegen lassen. Das ist kein Geiz. Es ist ein vernünftiger Umgang mit dem eigenen Geld.
Mein Einkaufswagen bleibt vielleicht auf Diät. Dafür soll er nur noch tragen, was wir brauchen und gern essen. Wenn dann an der Kasse trotzdem eine stolze Summe erscheint, weiß ich wenigstens, wofür.


