Kolumne · Brunos Meckerkiste

Drei Putenstreifen und ein Hochzeitskleid – Supermarkt, bist du noch zu retten?

Eine kleine Fertigmahlzeit trägt viel Verpackung und einen stolzen Preis. Bruno schaut nach, wofür man eigentlich bezahlt und findet eine einfache Alternative.

Inhalt

  1. Ein sehr fein angezogener Salat
  2. Der Preis für Bequemlichkeit
  3. Nicht jeder kann täglich kochen
  4. Helgas einfache Pfanne
  5. Brunos Urteil

Ein sehr fein angezogener Salat

Ein Bekannter stellte eine Fertigschale auf den Tisch. Ein bisschen Salat, etwas Soße und drei schmale Putenstreifen. Darum herum so viel Verpackung, dass man auch ein Hochzeitskleid darin hätte ausliefern können. Der Preis: 8,95 Euro.

Ich habe nichts gegen fertiges Essen. Wer wenig Kraft, wenig Zeit oder keine Kochmöglichkeit hat, ist froh über eine schnelle Lösung. Aber eine schnelle Lösung sollte satt machen und ehrlich zeigen, was sie enthält. Ein großer Name auf der Schale ersetzt keine ordentliche Portion.

Der Preis für Bequemlichkeit

Bei solchen Produkten bezahlt man nicht nur die Zutaten. Verarbeitung, Kühlung, Transport und Verpackung kosten ebenfalls Geld. Das ist nachvollziehbar. Trotzdem lohnt sich der Blick auf Gewicht, Zutaten und Grundpreis.

Besonders Wörter wie „Power“, „Fitness“ oder „Genuss“ sagen wenig über den tatsächlichen Inhalt. Drei Putenstreifen bleiben drei Putenstreifen, auch wenn das Etikett sie sprachlich zum Festessen befördert.

Nicht jeder kann täglich kochen

Es wäre zu einfach, nun mit erhobenem Kochlöffel zu sagen: Macht alles selbst. Manche Menschen können nicht lange stehen, schlecht schneiden oder nur kleine Mengen zubereiten. Andere pflegen Angehörige und sind froh, wenn das Essen in wenigen Minuten bereitsteht.

Darum geht es nicht um Schuld. Es geht um bessere Auswahl. Eine gute Fertigmahlzeit darf praktisch sein, sollte aber genug Nahrung bieten, klar beschriftet sein und nicht hauptsächlich aus Luft und Plastik bestehen.

Helgas einfache Pfanne

Helga erinnerte mich an unsere schnelle Lösung: Nudeln vom Vortag, etwas Gemüse, ein Ei oder ein Rest Fleisch, dazu Gewürze. Alles kommt für wenige Minuten in die Pfanne. Wer das Schneiden schwer findet, kann tiefgekühltes Gemüse ohne Soße verwenden. Das ist bereits vorbereitet und lässt sich gut portionieren.

Auch eine größere gekochte Portion hilft. Die Hälfte wird am nächsten Tag erwärmt oder eingefroren. So entsteht Bequemlichkeit in der eigenen Küche, ohne dass jede Mahlzeit in einer neuen Plastikschale anreist.

Brunos Urteil

Ich gönne jedem eine fertige Mahlzeit, wenn sie den Alltag erleichtert. Ich gönne dem Handel aber nicht, eine winzige Portion mit großen Worten aufzublasen. Wer wenig Inhalt verkauft, soll wenigstens beim Preis und auf der Verpackung ehrlich bleiben.

Die Schale darf also im Regal bleiben. Zu Hause wartet eine Pfanne, die nicht „Power Fusion“ heißt. Sie macht trotzdem satt. Und sie braucht kein Hochzeitskleid.