Kolumne · Brunos Meckerkiste Aufnahmestopp – mein Hausarzt hat gekündigt, das System auch
Brunos Hausärztin verlässt die Praxis. Nun beginnen Telefonate, Warteschleifen und Absagen. Ein persönlicher Bericht über die Suche nach einer verlässlichen medizinischen Anlaufstelle.
Inhalt
Schon wieder ein Abschied
Ein Brief liegt auf dem Tisch: Unsere Hausärztin verlässt die Praxis. Vor wenigen Jahren mussten Helga und ich schon einmal neu suchen. Nun beginnt alles von vorn. Es geht nicht nur um eine Adresse. Eine Hausärztin kennt die Vorgeschichte, die Medikamente und manchmal auch die Sorgen, die man nicht sofort ausspricht.
Warum sie geht, kann ich von außen nicht sicher beurteilen. Übernahmen, Arbeitsbedingungen und persönliche Entscheidungen können eine Rolle spielen. Sicher ist nur, was der Brief für uns bedeutet: Wir brauchen eine neue Praxis.
Eine Liste voller Absagen
Wir rufen in der Umgebung an. Oft hören wir: „Derzeit keine Aufnahme.“ Das Personal bleibt freundlich, klingt aber selbst erschöpft. Eine Warteschleife nach der anderen macht aus einer sachlichen Suche langsam eine Belastung.
Mein Ärger richtet sich nicht gegen die Menschen am Empfang. Sie können keine zusätzlichen Ärzte herbeizaubern. Sie müssen den Mangel jeden Tag erklären und gleichzeitig die vorhandenen Patienten versorgen.
Was bei der Suche helfen kann
Wir notieren Namen, Telefonnummern und Antworten, damit wir nicht doppelt anrufen. Auch unsere Krankenkasse kann nach Anlaufstellen oder Möglichkeiten der Vermittlung gefragt werden. In der bisherigen Praxis erkundigen wir uns, wie Unterlagen übergeben und laufende Behandlungen gesichert werden.
Wichtige Medikamente sollten nicht erst am letzten Tag Thema werden. Wer regelmäßig etwas braucht, klärt rechtzeitig mit der bisherigen Praxis, wie die Versorgung bis zum Wechsel weitergehen kann. Medizinische Entscheidungen gehören dabei immer in fachkundige Hände.
Für dringende Beschwerden gilt etwas anderes
Die Suche nach einer neuen Hausarztpraxis darf bei akuten oder bedrohlichen Beschwerden nicht abgewartet werden. Dann ist eine passende medizinische Anlaufstelle oder im Notfall der Rettungsdienst gefragt. Welche Hilfe richtig ist, hängt von der Situation ab.
Ein Internetportal kann bei der Orientierung helfen. Es ersetzt aber keinen Arzt, der zuhört, untersucht und die Vorgeschichte kennt.
Was eine Praxis wirklich bedeutet
Nach vielen Telefonaten finden wir vielleicht nicht sofort die ideale Lösung. Doch wir bleiben sachlich, fragen weiter und nehmen Hilfe an. Gleichzeitig darf man deutlich sagen, wie belastend diese Suche gerade für ältere oder kranke Menschen ist.
Ich wünsche mir keine goldene Wartezimmerbank. Ich wünsche mir eine erreichbare Praxis und verlässliche Betreuung. Bis dahin bleibt meine Meckerkiste geöffnet. Sie hat wenigstens keinen Aufnahmestopp.


