Ratgeber · Pflege & Unterstützung Was bleibt vom Netto? – Budget neu denken in der Rente
Bruno macht die Zahlen zahm: Mit einem einfachen 3-Konten-Modell, der 60-30-10-Formel und einer Abo-Diät siehst du schnell, was wirklich übrig bleibt – ohne Tabellenangst.
Inhalt
- Schritt 1 – Dein Netto ohne Nebel
- Monatsnetto Rente
- + weitere regelmäßige Einnahmen
- = Summe Einnahmen
- = Spielraum für Alltag & Rücklage
- Schritt 2 – Das 3-Konten-Modell (brunos Lieblingsaufbau)
- Schritt 3 – 60-30-10-Formel (einfach & flexibel)
- Fixkosten-Slim in 45 Minuten
- Abo-Diät (Brunos 3-Fragen-Test)
- Alltag im Griff – ohne Knausern
- Notgroschen – klein anfangen, regelmäßig füttern
- Sonderfälle & Rhythmus
- Mini-Skripte (zum Kopieren)
- Beispiel-Budget-Bogen (kopierfreundlich)
- Einnahmen pro Monat:
- Rente(n): ___________
- Weitere: ____________ Summe: ___________
- Fixkosten (Ziel ~60 %):
- Miete/NK ____ Energie ____ Internet/Telefon ____
- Versicherungen ____ ÖPNV/Auto ____ Beiträge/GEZ ____
- = Summe Fix: ___________
- Alltag (Ziel ~30 %):
- Lebensmittel ____ Drogerie ____ Apotheke ____
- Freizeit ____ Kleidung/Haushalt ____ Geschenke ____
- = Summe Alltag: ___________
- Rücklage/Freude (Ziel ~10 %):
- Notgroschen ____ Brille/Zähne ____ Reisen/Freude ____
- = Summe Rücklage/Freude: ___________
- Kontrollblick:
- Fix ____ % | Alltag ____ % | Rücklage/Freude ____ %
- Familien-Dreieck: Wer macht was?
- Brunos Spickzettel „Netto im Griff“
- Checkliste (zum Abhaken)
Drei Schritte reichen:
- Netto ermitteln (Rentenbescheid/Bank: Auszahlbetrag) + monatliche Abzüge im Blick (Kranken- & Pflegeversicherung, ggf. Steuer/Kirchensteuer).
- 3-Konten-Modell einrichten: Einnahmen, Fixkosten, Alltag.
- 60-30-10-Formel: 60 % Fix, 30 % Alltag, 10 % Rücklage/Freude – und Abo-Diät starten. Ergebnis: Klarheit statt Knausern.
Hinweis: Das ist keine Steuer-/Rechtsberatung. Bei individuellen Fragen bitte Steuerberatung/DRV/Krankenkasse fragen.
Schritt 1 – Dein Netto ohne Nebel
- Ausgangswert: Schau auf den Auszahlbetrag auf Kontoauszug/Rentenbescheid (monatlich).
- Typische Abzüge: Kranken- und Pflegeversicherung; ggf. Einkommensteuer + Kirchensteuer.
- Zusätze prüfen: Betriebs-/private Renten, Minijob, Mieteinnahmen → gehören in die Einnahmenliste.
- Quartalsblick: Einmal pro Quartal gegenchecken (Bescheide/Beiträge können sich ändern).
Mini-Rechner (Kopfrechnen-Light)
Monatsnetto Rente
+ weitere regelmäßige Einnahmen
= Summe Einnahmen
- monatliche Fixkosten (siehe unten)
= Spielraum für Alltag & Rücklage
Schritt 2 – Das 3-Konten-Modell (brunos Lieblingsaufbau)
- Konto A – Einnahmen: Hier kommt alles an (Rente, ggf. Nebenjob, Betriebsrente).
- Konto B – Fixkosten: Daueraufträge/Lastschriften laufen nur von hier (Miete, Strom, Heizung, Internet, Versicherungen, ÖPNV).
- Konto C – Alltag: Bargeld/EC für Einkäufe, Apotheke, Café, kleine Freuden.
Warum? Fixes bleibt fix, Alltag bleibt überschaubar, und du siehst sofort, ob der Monat „im Lot“ ist.
Schritt 3 – 60-30-10-Formel (einfach & flexibel)
- 60 % Fix: Miete/NK, Energie, Telefon/Internet, Versicherungen, ÖPNV/Auto, Beiträge.
- 30 % Alltag: Lebensmittel, Drogerie, kleine Anschaffungen, Freizeit, Geschenke.
- 10 % Rücklage/Freude: Notgroschen, Rücklagen für Brille/Zähne/Haushaltsgeräte oder bewusstes „Gönn dir“ (Reise-Topf).
Wenn 60 % zu knapp/zu viel wirken: 55-35-10 oder 50-40-10 ist auch okay – Hauptsache bewusst.
Fixkosten-Slim in 45 Minuten
- Liste ziehen (Konto B): Strom/Gas, Internet/Telefon, Versicherungen, Abos, Beiträge.
- Doppelte Deckel? Kündigen/bündeln (z. B. zwei Streamingdienste → einer).
- Verträge älter als 24 Monate? Konditionen prüfen/neu verhandeln.
- Versicherungen checken: Privat-Haftpflicht behalten, „Kann-Versicherungen“ abwägen; Doppelversicherungen vermeiden.
- Energie & Tarif: Abschläge realistisch einstellen (keine künstliche Gutschriftenfalle).
Abo-Diät (Brunos 3-Fragen-Test)
Für jedes Abo:
- Nutze ich es wirklich? (≥2×/Monat)
- Gibt es eine freie Alternative? (Mediathek, Bibliothek)
- Kürzer/kündbar? (Monat statt Jahr) → Wenn 2× „Nein“: streichen. Ziel: mind. 3 Abos innerhalb eines Monats beenden oder vereinfachen.
Alltag im Griff – ohne Knausern
- Lebensmittel-Ritual: Wochenspeiseplan + Einkaufszettel, 1–2 große Einkäufe statt 6 Mini-Käufe.
- Kühlschrank-FIFO: „Vorne zuerst aufessen“ (Restekiste).
- Apotheke: Hausapotheke schlank halten, Generika anfragen.
- Mobilität: Monatskarte vs. 10er-Karte prüfen; Fahrten bündeln.
- Freude mit Plan: 1 fixen Freudetermin/Monat (Theater, Ausflug) – Geld vorher in den Freudetopf legen.
Notgroschen – klein anfangen, regelmäßig füttern
- Ziel: 3–6 Monate Fixkosten auf Tagesgeld.
- Start: 10 % vom Monatsnetto (Formel-„10“) als Dauerauftrag auf Rücklagenkonto.
- Einmal-Geld (Steuererstattung, Geschenke) → 50 % in den Notgroschen, 50 % in Freude.
Sonderfälle & Rhythmus
- Unregelmäßige Einnahmen (Betriebsrente quartalsweise): In 12 Monatsportionen umrechnen und monatlich aufs Alltagkonto überweisen.
- Jahreszahler (Versicherung/GEZ): Monatlich ansparen (Zwischenparken auf Konto B).
- Steuerbescheid: Rücklagen für Nachzahlungen/Erstattungen einplanen.
Mini-Skripte (zum Kopieren)
Abo kündigen/umstellen:
„Guten Tag, ich stelle mein Abo auf Monatslaufzeit um / kündige zum nächstmöglichen Termin. Bitte bestätigen Sie mir das schriftlich.“
Tarif neu verhandeln (Telefon/Internet):
„Ich bin langjährige Kundin/ Kunde. Ich bitte um ein aktuelles Treueangebot – sonst prüfe ich einen Wechsel.“
Versicherung klären:
„Bitte senden Sie mir eine leistungsübersicht und nennen Sie mir günstigere Tarifvarianten für mein Profil.“
Beispiel-Budget-Bogen (kopierfreundlich)
Einnahmen pro Monat:
Rente(n): ___________
Weitere: ____________ Summe: ___________
Fixkosten (Ziel ~60 %):
Miete/NK ____ Energie ____ Internet/Telefon ____
Versicherungen ____ ÖPNV/Auto ____ Beiträge/GEZ ____
= Summe Fix: ___________
Alltag (Ziel ~30 %):
Lebensmittel ____ Drogerie ____ Apotheke ____
Freizeit ____ Kleidung/Haushalt ____ Geschenke ____
= Summe Alltag: ___________
Rücklage/Freude (Ziel ~10 %):
Notgroschen ____ Brille/Zähne ____ Reisen/Freude ____
= Summe Rücklage/Freude: ___________
Kontrollblick:
Fix ____ % | Alltag ____ % | Rücklage/Freude ____ %
Familien-Dreieck: Wer macht was?
- Enkel: Online-Banking/Ordner strukturieren, Abo-Übersicht erstellen, Dauerauftrag „Notgroschen“ einrichten.
- Kinder: Fixkostenliste gemeinsam durchgehen, 3 Kündigungen/Umstellungen in die Wege leiten, Telefon-/Internettarif verhandeln.
- Gemeinsam: Quartals-Budgetrunde (30 Min): 3 Zahlen (Fix/Alltag/Rücklage) + 1 Entscheidung.
Brunos Spickzettel „Netto im Griff“
- Netto kennen (Auszahlung) + Abzüge im Blick.
- 3-Konten-Modell einrichten.
- 60-30-10 als Leitplanke.
- Abo-Diät: 3 unnötige Kosten killen.
- Notgroschen per Dauerauftrag füttern.
Checkliste (zum Abhaken)
☐ Auszahlbetrag notiert + Einnahmenliste komplett. ☐ 3-Konten-Modell eingerichtet (A Einnahmen, B Fix, C Alltag). ☐ Fixkostenliste erstellt & sortiert (≥1 Vertrag neu verhandelt). ☐ Abo-Diät gestartet (mind. 3 Abos gekündigt/umgestellt). ☐ 60-30-10 angewandt & Budget-Bogen ausgefüllt. ☐ Dauerauftrag Notgroschen angelegt (10 %). ☐ Quartals-Budgettermin im Kalender. ☐ Freudetermin für diesen Monat geplant. ☐ Jahreszahler in Monatsrücklagen übersetzt. ☐ Nach 90 Tagen: Feinschliff (55-35-10 o. ä.) entschieden.


