Seniorenalltag · Gesund bleiben & bewegen Genug trinken: So gelingt es im Alltag
Das Durstgefühl kann im Alter nachlassen. Sichtbare Getränke, feste Zeiten und abwechslungsreiche Möglichkeiten helfen, Flüssigkeitsmangel vorzubeugen.
Inhalt
Viele ältere Menschen merken Durst erst spät. Wenn dann noch die Sorge vor häufigen Toilettengängen, Schluckprobleme oder das Gewicht schwerer Flaschen dazukommen, wird schnell zu wenig getrunken.
Flüssigkeit ist wichtig für Kreislauf, Nieren, Verdauung, Konzentration und die Wirkung vieler Medikamente. Ein Mangel kann sich durch Müdigkeit, Kopfschmerzen, trockenen Mund, Verstopfung, Schwindel oder Verwirrtheit zeigen.
Welche Menge passt?
Eine pauschale Zahl passt nicht zu jedem Menschen. Als alltagstaugliche Orientierung wird für viele gesunde ältere Erwachsene häufig eine Trinkmenge von ungefähr 1,5 Litern am Tag genannt; zusätzlich kommt Flüssigkeit aus Speisen hinzu.
Bei Herzschwäche, Nierenerkrankung, Lebererkrankung oder bestimmten Medikamenten kann eine andere Menge nötig sein. Halten Sie sich dann an die persönliche Empfehlung der behandelnden Praxis. Wer bisher sehr wenig trinkt, sollte bei schweren Erkrankungen nicht ohne Rücksprache plötzlich große Mengen aufnehmen.
Getränke sichtbar machen
Stellen Sie morgens die vereinbarte Tagesmenge bereit, zum Beispiel in mehreren kleinen Flaschen oder einer leichten Karaffe. So wird am Abend sichtbar, was tatsächlich getrunken wurde.
Ein leichtes Glas, ein gut greifbarer Becher oder ein Trinkhalm können bei schwachen Händen helfen. Bei Schluckstörungen muss jedoch fachlich geklärt werden, welche Gefäße und Konsistenzen sicher sind.
Trinken an feste Momente knüpfen
Warten Sie nicht nur auf Durst. Trinken Sie ein Glas zu jeder Mahlzeit, zu Medikamentenzeiten und nach dem Aufstehen. Auch der Lieblingssendung, dem Telefonat oder dem Gang zum Briefkasten kann eine kleine Trinkportion zugeordnet werden.
Kleine Mengen über den Tag sind oft angenehmer als mehrere große Gläser auf einmal. Wer nachts häufig zur Toilette muss, kann einen größeren Teil der Menge früher am Tag trinken, ohne die Gesamtmenge eigenständig stark zu senken.
Abwechslung hilft
Wasser ist gut, aber nicht die einzige Möglichkeit. Ungesüßter Kräuter- oder Früchtetee, stark verdünnte Saftschorle, Brühe und wasserreiche Speisen tragen ebenfalls bei. Zitrone, Gurke oder Minze können Wasser geschmacklich verändern.
Sehr zuckerreiche Getränke und Alkohol sind keine guten Durstlöscher. Kaffee kann in üblichen Mengen zur Flüssigkeitszufuhr beitragen, verursacht bei empfindlichen Menschen aber Unruhe oder Schlafprobleme.
Essen liefert ebenfalls Flüssigkeit
Suppen, Joghurt, Obst, Gemüse, Kompott und Breie enthalten viel Wasser. Bei wenig Appetit kann eine Suppe gleichzeitig Flüssigkeit, Energie und Eiweiß liefern. Achten Sie bei Fertigsuppen auf den Salzgehalt, besonders bei Bluthochdruck oder Herzschwäche.
Wenn Trinken schwerfällt
Schmerzen beim Schlucken, häufiges Verschlucken, Husten nach Getränken oder eine gurgelnde Stimme gehören abgeklärt. Eine Logopädin oder ein Logopäde kann die Schluckfunktion untersuchen. Getränke sollten nicht ohne Anleitung angedickt werden.
Bei Demenz helfen vertraute Gefäße, gut sichtbare Getränke und regelmäßiges freundliches Anbieten. Stellen Sie ein Getränk in Reichweite und öffnen Sie Flaschen, wenn die Kraft fehlt. Drängen und große Mengen auf einmal führen oft eher zu Ablehnung.
Zeichen eines möglichen Flüssigkeitsmangels
Dunkler Urin, deutlich weniger Toilettengänge, trockener Mund, ungewöhnliche Schwäche, Schwindel oder Verstopfung können Hinweise sein. Plötzliche Verwirrtheit, starke Kreislaufprobleme, kaum Urin oder Bewusstseinsstörungen benötigen rasche medizinische Hilfe.
Bei Durchfall, Erbrechen, Fieber oder großer Hitze kann der Bedarf steigen. Ältere und pflegebedürftige Menschen sollten dann besonders aufmerksam begleitet werden.
Trinkplan zum Abhaken
- nach dem Aufstehen
- zum Frühstück
- am Vormittag
- zum Mittagessen
- am Nachmittag
- zum Abendessen
- kleine Menge am Abend, wenn medizinisch passend
Kurz merken
Trinken gelingt besser durch Gewohnheit als durch Durst. Was sichtbar bereitsteht und zu festen Momenten gehört, wird seltener vergessen.


