Ratgeber · Pflege & Unterstützung Pflegekurse & Beratung: Pflegestützpunkt, §7a/§45 SGB XI, Hausbesuche
Inhalt
- 1) Pflegestützpunkt – eure neutrale Anlaufstelle
- Koordination und Lotsenfunktion: „Wer macht was, wann und wie?“
- 2) Pflegeberatung nach §7a SGB XI – individuelles Fallmanagement
- 3) Pflegekurse nach §45 SGB XI – kostenloses Praxiswissen
- 4) Beratungseinsätze bei Pflegegeld – die Pflicht mit Nutzen
- Fragen: „Welche Kombi aus Pflegedienst/Entlastungsbetrag passt zu uns?“
- 5) Ablauf: In 7 Tagen zur guten Beratung
- 6) Häufige Stolperfallen – und die Abkürzung
- Mini-FAQ
- Nächster Schritt
- Checkliste (kopierbar)
- Quellen
Pflegekurse & Beratung: Pflegestützpunkt, §7a/§45 SGB XI, Hausbesuche
- Pflegestützpunkte beraten neutral vor Ort und lotsen durch Anträge & Angebote.
- Pflegeberatung nach §7a SGB XI: individueller Versorgungsplan, Fallmanagement – Anspruch besteht.
- Pflegekurse nach §45 SGB XI: für Angehörige & Ehrenamtliche kostenfrei (auch online möglich).
- Beratungseinsätze bei Pflegegeld sind Pflichttermine (regelmäßig, je nach Pflegegrad). AOK
- Familien-Dreieck: Senior*in sagt, was wirklich hilft; Kinder organisieren; Enkel digitalisieren & erinnern.
Brunos Klartext: „Wer nach Karte fährt, verfährt sich weniger. Pflegestützpunkt anrufen, Kurs mitnehmen, Hausbesuch planen – und schon wird der Dschungel zum Park.“
1) Pflegestützpunkt – eure neutrale Anlaufstelle
Was gibt’s dort?
- Erstberatung zu Leistungen, Anträgen, Entlastungsangeboten (z. B. Tagespflege, Hilfen im Alltag).
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Koordination und Lotsenfunktion: „Wer macht was, wann und wie?“
- Oft helfen sie beim Ausfüllen oder vermitteln Termine/Anbieter.
Familien-Dreieck
- 👵 Senior*in: Wünsche nennen (Ziele, die wichtig sind).
- 👨👩👧 Kinder: Liste offener Fragen mitbringen.
- 🧒 Enkel: Kontaktdaten & Protokoll in der Familien-Cloud sichern.
2) Pflegeberatung nach §7a SGB XI – individuelles Fallmanagement
Kernideen:
- Anspruch auf individuelle Beratung durch Pflegekasse/Pflegeberater*in.
- Ablauf: Bedarf klären → Versorgungsplan erstellen → Umsetzung begleiten → prüfen & anpassen.
Wann sinnvoll?
- Direkt nach Antrag oder wenn sich der Zustand ändert.
- Wenn viele Bausteine zusammenkommen (Pflegedienst, Tagespflege, Hilfsmittel).
Familien-Dreieck
- 👵 Senior*in: Alltag ehrlich beschreiben (wo hakt’s?).
- 👨👩👧 Kinder: Termine koordinieren, Plan gegentesten.
- 🧒 Enkel: Maßnahmen/Fristen im Kalender nachhalten.
3) Pflegekurse nach §45 SGB XI – kostenloses Praxiswissen
Für wen? Angehörige & Ehrenamtliche – kostenfrei. Inhalte: rückenschonendes Pflegen, Lagerung, Körperpflege, Demenz-Umgang, Notfälle. Präsenz oder online möglich.
Warum lohnt’s sich?
- Sicherheit im Alltag, weniger Stress, bessere Argumente bei Begutachtung („Wir brauchen Anleitung/Hilfsmittel – hier ist der Kursinhalt“).
- Häufig auch Einzel-Schulungen zu Hause möglich (nachfragen). AOK
Familien-Dreieck
- 👵 Senior*in: Einweisung in Hilfsmittel.
- 👨👩👧 Kinder: Kurs buchen, Fragen notieren.
- 🧒 Enkel: Online-Zugang organisieren, Unterlagen ablegen.
4) Beratungseinsätze bei Pflegegeld – die Pflicht mit Nutzen
Wer Pflegegeld bezieht (ohne oder mit wenig Pflegedienst), muss regelmäßig einen Beratungseinsatz vorweisen – das schützt Qualität und gibt Tipps. Häufigkeit richtet sich nach dem Pflegegrad (z. B. PG 2–3 halbjährlich, PG 4–5 vierteljährlich; genaue Vorgaben im Einzelfall beachten). AOK
So nutzt ihr den Hausbesuch optimal:
- Protokoll/Begutachtungsnotizen bereitlegen.
- Offene Punkte: Stürze, Nacht, Medikamente, Entlastung.
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Fragen: „Welche Kombi aus Pflegedienst/Entlastungsbetrag passt zu uns?“
5) Ablauf: In 7 Tagen zur guten Beratung
Tag 1: Pflegestützpunkt anrufen, Termin holen. BMG Tag 2: Bei der Pflegekasse §7a-Beratung anfordern (Telefon/E-Mail). Gesetze im Internet Tag 3: Pflegekurs auswählen (Präsenz oder online) und anmelden. Tag 4: Familien-Fragenliste sammeln (Alltag, Entlastung, Hilfsmittel). Tag 5: Unterlagen-Mappe aktualisieren (Medikamentenplan, Arztbriefe). Tag 6: Ersttermin wahrnehmen (Protokoll schreiben, To-dos festlegen). Tag 7: Beratungseinsatz (bei Pflegegeld) terminieren & im Kalender blocken. AOK
6) Häufige Stolperfallen – und die Abkürzung
- „Brauchen wir nicht.“ → Gerade am Anfang spart Beratung Zeit/Nerven.
- Nur telefoniert, nichts notiert. → Protokoll hilft bei späteren Entscheidungen.
- Kurse aufschieben. → Lieber jetzt Basiswissen, später gezielt vertiefen.
- Beratungseinsatz vergessen. → Sofort Wiederholungstermine im Kalender.
Mini-FAQ
- Kostet das was? Pflegekurse nach §45 sind kostenfrei; Beratung durch Kassen/§7a ebenfalls. Details vor Ort erfragen.
- Wo finde ich den nächsten Pflegestützpunkt? Bei Kommune/ Land / Pflegekassen – sie sind wohnortnah organisiert. BMG
- Online-Kurse okay? Ja, viele Kassen bieten Online-Pflegekurse an. Niedersachsen
Nächster Schritt
Weiter geht’s mit „Rechte der Angehörigen: Pflegezeit, Familienpflegezeit, Freistellungen“ – damit Beruf & Pflege zusammenpassen.
Checkliste (kopierbar)
☐ Pflegestützpunkt kontaktiert, Termin vereinbart ☐ §7a-Pflegeberatung bei der Kasse angefordert ☐ Pflegekurs nach §45 SGB XI gebucht (Präsenz/online) ☐ Unterlagen-Mappe aktualisiert (Medikamentenplan, Arztbriefe) ☐ Offene Fragen gesammelt (Entlastung, Hilfsmittel, Kombi-Leistungen) ☐ Beratungseinsatz bei Pflegegeld terminiert (Pflichttermin!) ☐ Protokoll & To-dos in Familien-Cloud abgelegt


