Seniorenalltag · Schutz vor Ärger

Online-Banking sicher nutzen: Überweisen ohne unnötiges Risiko

Online-Banking kann bequem und sicher sein. Entscheidend sind ein geschützter Zugang, sorgfältig geprüfte Überweisungen und ein Notfallplan für verdächtige Nachrichten oder falsche Buchungen.

Inhalt

  1. Zugang und Gerät schützen
  2. Jede Freigabe noch einmal lesen
  3. Echtzeitüberweisung nur bewusst verwenden
  4. Typische Angriffe erkennen
  5. Kleine Einstellungen mit großer Wirkung
  6. Wenn etwas passiert ist
  7. Hilfe durch Angehörige
  8. Kurze Checkliste

Bankgeschäfte von zu Hause aus sparen Wege und Wartezeit. Gleichzeitig versuchen Betrüger, mit täuschend echten E-Mails, SMS oder Anrufen an Zugangsdaten und Freigaben zu gelangen. Das bedeutet nicht, dass Online-Banking grundsätzlich unsicher ist. Es braucht nur einige feste Gewohnheiten.

Die wichtigste lautet: Öffnen Sie Ihre Bank niemals über einen Link aus einer Nachricht. Starten Sie die bekannte Banking-App oder verwenden Sie ein selbst angelegtes Lesezeichen.

Zugang und Gerät schützen

Sperren Sie Smartphone, Tablet oder Computer mit PIN, Passwort oder einem biometrischen Merkmal. Installieren Sie Aktualisierungen zeitnah und verwenden Sie Online-Banking nicht an öffentlich zugänglichen Geräten.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt unterschiedliche Passwörter für verschiedene Konten und eine Anmeldung mit einem zweiten Faktor. Beim Banking geschieht das meist über eine TAN-App oder einen TAN-Generator.

Bewahren Sie Zugangsdaten nicht gemeinsam mit der Bankkarte auf. Geben Sie PIN, TAN oder Freigabecodes niemals am Telefon weiter. Eine Bank wird Sie nicht anrufen und verlangen, eine angebliche Sicherheitsüberweisung zu bestätigen.

Jede Freigabe noch einmal lesen

Eine TAN oder Bestätigung ist keine harmlose Nummer. Sie kann eine Zahlung freigeben. Lesen Sie deshalb vor jeder Bestätigung:

  • Empfängername,
  • IBAN,
  • Betrag,
  • Verwendungszweck.

Stimmen die Angaben nicht mit Ihrem Auftrag überein, brechen Sie ab. Rufen Sie die Bank über eine bekannte Nummer an.

Seit Oktober 2025 prüfen Banken bei SEPA-Überweisungen für Privatkunden, ob der eingegebene Empfängername zur IBAN passt. Diese Empfängerüberprüfung kann vor Tippfehlern und manchen Betrugsversuchen warnen. Sie ersetzt aber nicht die eigene Kontrolle. Erscheint eine Abweichung, sollte nicht einfach weitergeklickt werden. Die Deutsche Bundesbank erklärt die Empfängerüberprüfung.

Echtzeitüberweisung nur bewusst verwenden

Eine Echtzeitüberweisung erreicht das andere Konto innerhalb weniger Sekunden. Das ist praktisch, lässt aber kaum Zeit für einen Rückruf. Verwenden Sie sie nur, wenn Empfänger und Betrag sicher feststehen.

Auch eine normale Überweisung lässt sich nach der Ausführung nicht einfach wie eine Lastschrift zurückholen. Wenn Sie einen Fehler oder Betrug bemerken, kontaktieren Sie sofort die Bank. Sie kann versuchen, die Zahlung zu stoppen oder zurückzurufen. Ein Erfolg ist nicht garantiert.

Typische Angriffe erkennen

Eine angebliche Banknachricht warnt vor einer Kontosperre. Ein Anrufer behauptet, eine verdächtige Zahlung müsse „zur Sicherheit“ bestätigt werden. Oder eine falsche Hilfskraft möchte per Fernwartungs-App auf den Bildschirm zugreifen.

Allen Varianten ist gemeinsam: Jemand erzeugt Druck und verlangt eine Handlung. Beenden Sie den Kontakt. Öffnen Sie die Bank-App selbst und prüfen Sie dort, ob eine Nachricht vorliegt. Rufen Sie nur eine Nummer an, die auf der Karte, einem Kontoauszug oder der offiziellen Bankseite steht.

Installieren Sie keine Fernwartungssoftware auf Anweisung eines unbekannten Anrufers. Bestätigen Sie keine Zahlung, die Sie nicht selbst vorbereitet haben.

Kleine Einstellungen mit großer Wirkung

Ein niedriges Tageslimit begrenzt mögliche Schäden und kann bei Bedarf vorübergehend erhöht werden. Aktivieren Sie Mitteilungen über Kontobewegungen, wenn Ihre Bank dies anbietet. Prüfen Sie Ihr Konto regelmäßig, statt nur am Monatsende.

Für manche Menschen ist ein separates TAN-Gerät übersichtlicher. Andere kommen mit einer TAN-App besser zurecht. Entscheidend ist, dass Sie das Verfahren sicher bedienen können und die angezeigten Auftragsdaten lesen. Lassen Sie sich das Verfahren bei Bedarf in der Filiale erklären.

Wenn etwas passiert ist

Handeln Sie in dieser Reihenfolge:

  1. Rufen Sie sofort die Bank über deren offizielle Notfallnummer an und lassen Sie betroffene Zugänge oder Karten sperren.
  2. Nutzen Sie ergänzend den Sperr-Notruf 116 116, wenn Ihr Anbieter daran teilnimmt.
  3. Fragen Sie bei einer Überweisung unverzüglich nach einem Zahlungsrückruf.
  4. Ändern Sie betroffene Passwörter über ein sauberes, vertrauenswürdiges Gerät. Beginnen Sie mit dem E-Mail-Konto.
  5. Sichern Sie Nachrichten, Telefonnummern, Uhrzeiten und Buchungsdaten.
  6. Erstatten Sie bei Betrug Anzeige bei der Polizei.

Rufen Sie nicht die Nummer aus der verdächtigen Nachricht an. Geben Sie auch gegenüber angeblichen Helfern keine weitere TAN frei.

Hilfe durch Angehörige

Angehörige können beim Einrichten und Üben helfen. Die Entscheidung und die Freigabe einer Zahlung sollten aber bei der Kontoinhaberin oder dem Kontoinhaber bleiben. Zugangsdaten dürfen nicht ungeschützt im Familienchat stehen.

Üben Sie lieber gemeinsam einen Testlauf: Banking-App selbst öffnen, Überweisungsdaten lesen und eine verdächtige Nachricht ohne Klick löschen. Das schafft Sicherheit, ohne jemanden zu bevormunden.

Kurze Checkliste

  • Bank nur über App, Lesezeichen oder selbst eingegebene Adresse öffnen.
  • PIN und TAN niemals weitergeben.
  • Empfänger, IBAN und Betrag vor jeder Freigabe lesen.
  • Warnung der Empfängerüberprüfung ernst nehmen.
  • Tageslimit passend einstellen und Konto regelmäßig prüfen.
  • Offizielle Banknummer und Sperrweg griffbereit halten.

Weitere Basistipps bietet das BSI zur Sicherheit zu Hause.