Seniorenalltag · Gesund bleiben & bewegen Impfschutz im Alter prüfen: Was 2026 wichtig ist
Impfempfehlungen hängen von Alter, Vorerkrankungen und früheren Impfungen ab. Ein regelmäßiger Impfpass-Check schafft Klarheit.
Inhalt
- Der Impfpass ist der Ausgangspunkt
- Grippe: jedes Jahr neu prüfen
- COVID-19: Empfehlung seit Juli 2026 verändert
- RSV: Schutz vor einer Atemwegsinfektion
- Pneumokokken und Gürtelrose
- Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten nicht vergessen
- Können mehrere Impfungen zusammen gegeben werden?
- Fragen für den Impfpass-Check
- Kurz merken
Beim Impfen im höheren Lebensalter geht es nicht um eine einzige Spritze für alle. Manche Impfungen werden regelmäßig aufgefrischt, andere einmalig oder in mehreren Dosen gegeben. Alter, Vorerkrankungen, Wohnsituation, Beruf und Reisen können die Empfehlung verändern.
Die Ständige Impfkommission, kurz STIKO, passt ihre Empfehlungen an neue Erkenntnisse an. Dieser Beitrag gibt den Stand vom Juli 2026 wieder. Vor einer Impfung sollte deshalb immer der persönliche Impfpass in der Arztpraxis oder Apotheke geprüft werden.
Der Impfpass ist der Ausgangspunkt
Bringen Sie alle vorhandenen Impfdokumente mit. Fehlt der alte Impfpass, bedeutet das nicht automatisch, dass jede Impfung von vorn begonnen werden muss. Die Praxis kann anhand früherer Unterlagen und der persönlichen Situation entscheiden, was nachgeholt wird.
Notieren Sie frühere starke Impfreaktionen und bekannte Allergien. Eine leichte Erkältung verhindert eine Impfung nicht in jedem Fall; bei Fieber oder akuter Erkrankung entscheidet die impfende Fachperson, ob der Termin verschoben wird.
Grippe: jedes Jahr neu prüfen
Die STIKO empfiehlt die saisonale Grippeimpfung für Menschen ab 60 Jahren jährlich. Für diese Altersgruppe werden besondere Impfstoffe empfohlen, die eine stärkere Immunantwort fördern sollen. Die Impfung erfolgt üblicherweise im Herbst oder Winter, kann aber je nach Verlauf der Grippesaison auch später noch sinnvoll sein.
Grippe ist nicht einfach eine starke Erkältung. Gerade im höheren Alter und bei chronischen Erkrankungen kann sie zu schweren Verläufen und Krankenhausaufenthalten führen.
COVID-19: Empfehlung seit Juli 2026 verändert
Die STIKO hat ihre COVID-19-Empfehlung im Juli 2026 angepasst. Eine jährliche Standardimpfung ist nun für Menschen ab 75 Jahren vorgesehen. Für jüngere Erwachsene kann sie weiterhin empfohlen sein, wenn bestimmte Grunderkrankungen oder andere erhöhte Risiken vorliegen.
Die frühere allgemeine Empfehlung, bei allen Erwachsenen eine sogenannte Basisimmunität aufzubauen, ist entfallen. Welche Empfehlung für Sie persönlich gilt, hängt daher stärker als zuvor von Alter, Erkrankungen und bisherigen Impfungen oder Infektionen ab.
RSV: Schutz vor einer Atemwegsinfektion
RSV kann bei älteren Menschen schwere Atemwegserkrankungen auslösen. Die STIKO empfiehlt eine einmalige RSV-Impfung als Standard für Menschen ab 75 Jahren. Für Personen zwischen 60 und 74 Jahren kann sie bei bestimmten schweren Grunderkrankungen oder beim Leben in einer Pflegeeinrichtung empfohlen sein.
Der passende Zeitpunkt liegt üblicherweise vor Beginn der RSV-Saison im Spätsommer oder Herbst. Ob eine Impfung angezeigt ist, sollte persönlich geklärt werden.
Pneumokokken und Gürtelrose
Pneumokokken können unter anderem Lungenentzündung und schwere Infektionen verursachen. Die Empfehlung richtet sich nach Alter, Vorerkrankungen und früher verwendeten Impfstoffen. Lassen Sie deshalb prüfen, ob eine Impfung fehlt oder eine frühere Impfung ergänzt werden muss.
Gegen Gürtelrose empfiehlt die STIKO im höheren Alter einen Totimpfstoff in zwei Dosen. Auch hier können bestimmte Erkrankungen zu einer früheren Empfehlung führen. Eine durchgemachte Gürtelrose bedeutet nicht automatisch, dass eine Impfung unnötig ist.
Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten nicht vergessen
Tetanus und Diphtherie werden in der Regel alle zehn Jahre aufgefrischt. Bei der nächsten fälligen Impfung soll einmalig auch Keuchhusten berücksichtigt werden. Nach einer Verletzung kann eine frühere Tetanusimpfung nötig sein; deshalb ist ein dokumentierter Impfstatus hilfreich.
Weitere Impfungen können bei Reisen, bestimmten Berufen oder Erkrankungen sinnvoll sein. Dazu gehören zum Beispiel FSME in Risikogebieten oder Hepatitis-Impfungen bei entsprechender Gefährdung.
Können mehrere Impfungen zusammen gegeben werden?
Mehrere Impfungen können bei bestehender Empfehlung teilweise am selben Termin erfolgen. Ob das im Einzelfall sinnvoll ist und an welchen Armen geimpft wird, entscheidet die impfende Fachperson. Wer in der Vergangenheit starke Reaktionen hatte, kann die Termine auch besprechen und gegebenenfalls verteilen.
Typische Reaktionen wie Schmerzen am Arm, Müdigkeit oder leichtes Fieber klingen meist nach kurzer Zeit ab. Bei Atemnot, Kreislaufproblemen oder einer starken allergischen Reaktion ist sofort medizinische Hilfe nötig.
Fragen für den Impfpass-Check
- Welche Standardimpfungen fehlen oder sind fällig?
- Welche Empfehlungen gelten wegen meiner Erkrankungen?
- Brauche ich Grippe, COVID-19 oder RSV in dieser Saison?
- Sind Pneumokokken und Gürtelrose vollständig?
- Welche Impfungen sind vor einer Reise nötig?
- Können Impfungen gemeinsam gegeben werden?
- Wann soll der nächste Check stattfinden?
Kurz merken
Nicht das Geburtsjahr allein entscheidet über den Impfschutz. Ein aktueller Impfpass und ein persönlicher Check zeigen, was wirklich nötig ist und was nicht.


