Seniorenalltag · Gesund bleiben & bewegen

Zähne und Prothesen im Alter gut pflegen

Gesunde Zähne, eine passende Prothese und ein gepflegter Mund erleichtern Essen, Sprechen und Nähe zu anderen Menschen.

Inhalt

  1. Zweimal täglich gründlich, aber sanft
  2. Prothesen separat reinigen
  3. Druckstellen sind kein Zustand, den man aushalten muss
  4. Trockener Mund
  5. Mundgeruch hat oft behandelbare Ursachen
  6. Essen und Trinken im Blick behalten
  7. Wann zur Zahnarztpraxis?
  8. Checkliste
  9. Kurz merken

Mundpflege ist weit mehr als eine Frage schöner Zähne. Schmerzen, lockere Prothesen oder ein trockener Mund können das Essen erschweren, die Sprache verändern und dazu führen, dass man Begegnungen vermeidet. Viele Probleme lassen sich verhindern oder früh behandeln.

Auch wenn nur noch wenige eigene Zähne vorhanden sind oder eine Vollprothese getragen wird, braucht der gesamte Mund regelmäßige Pflege: Zähne, Zahnfleisch, Zunge, Schleimhaut und Zahnersatz.

Zweimal täglich gründlich, aber sanft

Putzen Sie eigene Zähne morgens und abends mit fluoridhaltiger Zahnpasta. Eine weiche oder mittelharte Bürste ist meist angenehmer als harte Borsten. Setzen Sie die Bürste am Zahnfleischrand an und reinigen Sie systematisch Außenflächen, Innenflächen und Kauflächen.

Elektrische Zahnbürsten können helfen, wenn die Beweglichkeit der Hände nachlässt. Ein dickerer Griff oder eine Griffverstärkung erleichtert das Halten. Entscheidend ist nicht das Gerät, sondern dass alle Flächen erreicht werden, ohne das Zahnfleisch zu verletzen.

Zwischenräume benötigen Zahnseide oder kleine Zwischenraumbürsten. Welche Größe passt, kann die Zahnarztpraxis zeigen. Bei blutendem Zahnfleisch sollte die Reinigung nicht einfach eingestellt werden. Anhaltendes Bluten gehört zahnärztlich abgeklärt.

Prothesen separat reinigen

Nehmen Sie herausnehmbaren Zahnersatz zur Reinigung aus dem Mund. Halten Sie ihn über ein mit Wasser gefülltes Becken oder ein gefaltetes Handtuch, damit er bei einem Sturz nicht zerbricht. Reinigen Sie alle Flächen mit einer Prothesenbürste und einem geeigneten Reinigungsmittel.

Normale Zahnpasta kann Kunststoffe durch ihre Schleifkörper aufrauen. In den kleinen Kratzern setzen sich Beläge leichter fest. Fragen Sie in der Zahnarztpraxis oder Apotheke nach einer passenden Reinigung.

Reinigen Sie auch Zahnfleisch, Gaumen und Zunge vorsichtig. Ob die Prothese nachts getragen oder herausgenommen werden soll, sollte individuell besprochen werden. Wenn sie außerhalb des Mundes liegt, wird sie nach den Hinweisen der Praxis oder des Herstellers aufbewahrt.

Druckstellen sind kein Zustand, den man aushalten muss

Kiefer und Schleimhaut verändern sich im Laufe der Zeit. Eine früher gut sitzende Prothese kann locker werden oder drücken. Klebemittel können kurzfristig Halt geben, ersetzen aber keine Kontrolle.

Schmerzende Stellen, Wunden, häufiges Verrutschen oder Probleme beim Kauen gehören in die Zahnarztpraxis. Feilen Sie nicht selbst an der Prothese. Eine kleine eigenständige Veränderung kann den Sitz verschlechtern und eine fachgerechte Anpassung erschweren.

Trockener Mund

Zu wenig Speichel kann durch Medikamente, geringe Trinkmenge, Erkrankungen oder Mundatmung entstehen. Betroffene haben oft Schwierigkeiten beim Sprechen und Schlucken, einen brennenden Mund oder häufigere Karies.

Trinken Sie regelmäßig kleine Mengen, sofern keine medizinische Trinkbegrenzung besteht. Zuckerfreie Kaugummis oder Bonbons können den Speichel anregen, wenn Kauen und Schlucken sicher sind. Alkoholhaltige Mundspülungen können zusätzlich reizen. Bei anhaltender Trockenheit sollte der Medikamentenplan geprüft werden; setzen Sie nichts eigenständig ab.

Mundgeruch hat oft behandelbare Ursachen

Mundgeruch entsteht häufig durch Beläge auf Zunge und Zähnen, Zahnfleischentzündung, trockenen Mund oder schlecht gereinigten Zahnersatz. Starke Duftspülungen überdecken den Geruch nur kurz.

Eine sorgfältige Reinigung der Zunge, ausreichend Flüssigkeit und eine zahnärztliche Kontrolle sind sinnvoll. Bleibt der Geruch trotz guter Mundpflege, können auch andere medizinische Ursachen beteiligt sein.

Essen und Trinken im Blick behalten

Häufiges Naschen und zuckerhaltige Getränke versorgen Mundbakterien immer wieder mit Zucker. Besser sind klare Mahlzeiten und Wasser oder ungesüßter Tee zwischendurch. Säurehaltige Getränke können den Zahnschmelz angreifen.

Wer wegen Schmerzen oder einer lockeren Prothese nur noch weiche, einseitige Kost isst oder Gewicht verliert, sollte rasch Hilfe suchen. Gute Mundversorgung ist auch Ernährungssicherung.

Wann zur Zahnarztpraxis?

Regelmäßige Kontrollen bleiben auch mit Vollprothese wichtig. Sofortige Abklärung brauchen starke Schmerzen, Schwellung, Eiter, Fieber, nicht heilende Wunden, Blutungen oder eine plötzlich lockere Prothese nach einem Sturz.

Pflegebedürftige Menschen und Menschen mit Behinderungen können zusätzliche zahnärztliche Vorsorgeleistungen erhalten. Fragen Sie Praxis oder Krankenkasse nach einem Mundgesundheitsplan und möglichen Hausbesuchen.

Checkliste

  • eigene Zähne zweimal täglich mit Fluorid geputzt
  • Zwischenräume passend gereinigt
  • Prothese täglich separat gereinigt
  • Mundschleimhaut und Zunge angesehen
  • Druckstellen nicht selbst bearbeitet
  • trockenen Mund und Medikamente angesprochen
  • regelmäßige Kontrolltermine vereinbart

Kurz merken

Ein gepflegter Mund macht Essen und Sprechen leichter. Schmerzen, Druckstellen und Trockenheit sind keine Kleinigkeiten, die man im Alter einfach hinnehmen muss.

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