Seniorenalltag · Gesund bleiben & bewegen Hygiene unterwegs: praktisch statt übertrieben
Händewaschen, ein kleines Notfallset und ein ruhiger Umgang mit öffentlichen Orten reichen im Alltag meist aus.
Inhalt
Busgriffe, Wartezimmer, Toiletten und Einkaufswagen werden von vielen Menschen berührt. Trotzdem muss der Alltag nicht zu einem ständigen Kampf gegen Keime werden. Gute Hygiene bedeutet, die wichtigen Momente zu kennen, statt jede Fläche dauernd zu desinfizieren.
Händewaschen bleibt die Grundlage
Waschen Sie die Hände mit Wasser und Seife nach dem Toilettengang, vor dem Essen, nach dem Naseputzen und wenn Sie nach Hause kommen. Reiben Sie Handflächen, Fingerzwischenräume, Fingerspitzen und Daumen gründlich ein und trocknen Sie die Hände gut ab.
Unterwegs ohne Waschmöglichkeit kann ein Händedesinfektionsmittel sinnvoll sein. Es wirkt aber nicht gegen jeden Erreger und entfernt sichtbaren Schmutz nicht. Befolgen Sie die Einwirkzeit auf dem Produkt und lassen Sie die Hände trocknen.
Gesicht nicht ständig berühren
Viele Erreger gelangen über Hände an Mund, Nase oder Augen. Es hilft, sich unterwegs seltener ins Gesicht zu fassen. Husten oder niesen Sie in die Armbeuge oder in ein Einmaltaschentuch und entsorgen Sie dieses direkt.
Wer selbst krank ist, kann Abstand halten, gut lüften und in passenden Situationen eine Maske tragen, besonders beim Kontakt mit gesundheitlich gefährdeten Menschen.
Ein kleines Set für die Tasche
Ein alltagstaugliches Set muss nicht groß sein. Sinnvoll können sein:
- Papiertaschentücher
- kleines Händedesinfektionsmittel
- persönliche Medikamente für die notwendige Zeit
- ein oder zwei Pflaster
- Ersatzmaske
- bei Bedarf Inkontinenzprodukt und verschließbarer Beutel
- feuchte Reinigungstücher ohne starken Duft
Medikamente bleiben in einer eindeutig beschrifteten Verpackung. Nehmen Sie keine unbekannten Tabletten lose in einer Tasche mit.
Öffentliche Toiletten
Legen Sie persönliche Dinge nicht auf den Boden. Waschen Sie die Hände und nutzen Sie zum Abtrocknen ein sauberes Einmaltuch, wenn vorhanden. Ein Papiertuch kann auch beim Anfassen der Türklinke helfen.
Eine Toilettenbrille muss nicht vor jeder Benutzung desinfiziert werden. Sichtbare Verschmutzung ist ein Grund, eine andere Kabine zu wählen. Entscheidend für die Infektionsvorbeugung ist vor allem die Handhygiene.
Arztpraxis und Krankenhaus
Desinfizieren Sie beim Betreten und Verlassen eines Krankenhauses die Hände an den vorgesehenen Spendern. Besuchen Sie eine besonders gefährdete Person nicht, wenn Sie selbst Fieber, Durchfall oder einen akuten Atemwegsinfekt haben, ohne dies vorher mit der Station zu klären.
Wunden sollten sauber abgedeckt sein. Benutzen Sie persönliche Handtücher, Waschlappen und Rasierer nicht gemeinsam mit anderen.
Hautschutz nicht vergessen
Häufiges Waschen und Desinfizieren trocknet die Haut aus. Rissige Hände sind unangenehm und anfälliger für Entzündungen. Nutzen Sie zu Hause eine geeignete Handcreme und verzichten Sie auf sehr heißes Wasser.
Bei nässenden, stark entzündeten oder schmerzhaften Hautstellen ist medizinischer Rat sinnvoll.
Hygiene ohne Angst
Normale Kontakte wie Haltestangen oder Türklinken sind kein Grund zur Panik. Waschen Sie die Hände zu den entscheidenden Zeiten und vermeiden Sie es, ungewaschen zu essen oder ins Gesicht zu fassen. Mehr Hygiene ist nicht automatisch mehr Schutz, wenn die Haut darunter leidet und der Alltag immer kleiner wird.
Checkliste vor dem Weggehen
- Taschentücher und nötige Medikamente eingepackt
- bei Bedarf kleines Notfallset ergänzt
- Wunden abgedeckt
- Hände vor dem Essen gereinigt
- Husten- und Niesregel beachtet
- nach der Rückkehr Hände gewaschen
- trockene Hände eingecremt
Kurz merken
Unterwegs schützt keine Keimfreiheit. Es schützen gute Gewohnheiten an den richtigen Stellen: Hände reinigen, Gesicht in Ruhe lassen und persönliche Dinge nicht teilen.


