Seniorenalltag · Gesund bleiben & bewegen

Füße und Nägel richtig pflegen

Regelmäßige Kontrolle verhindert, dass kleine Druckstellen und Nagelprobleme unbemerkt größer werden. Bei Diabetes ist besondere Vorsicht nötig.

Inhalt

  1. Jeden Tag kurz ansehen
  2. Waschen und gut trocknen
  3. Nägel gerade und nicht zu kurz schneiden
  4. Nagelpilz braucht Geduld und eine richtige Diagnose
  5. Schuhe prüfen
  6. Bei Diabetes keine Experimente
  7. Warnzeichen
  8. Checkliste
  9. Kurz merken

Füße tragen uns durch den Tag und werden trotzdem leicht übersehen. Wer sich nicht mehr gut bücken kann oder an den Fußsohlen weniger spürt, bemerkt kleine Verletzungen manchmal spät. Ein kurzer regelmäßiger Blick kann Schmerzen, Infektionen und unsicheres Gehen verhindern.

Jeden Tag kurz ansehen

Kontrollieren Sie Fußrücken, Sohlen, Fersen, Zehen und Zehenzwischenräume. Ein Handspiegel oder die Kamera des Telefons kann helfen. Noch besser ist Unterstützung durch eine vertraute Person, wenn das sicher und angenehm ist.

Achten Sie auf Rötung, Blasen, Druckstellen, Risse, Schwellung, Wärme und kleine Wunden. Prüfen Sie auch, ob Nägel dicker, brüchig oder verfärbt sind.

Waschen und gut trocknen

Waschen Sie die Füße mit lauwarmem Wasser und einem milden Produkt. Ein langes heißes Fußbad weicht die Haut stark auf und ist bei manchen Durchblutungs- oder Nervenschäden ungeeignet.

Trocknen Sie besonders zwischen den Zehen sorgfältig. Trockene Haut an Fußrücken und Fersen kann dünn eingecremt werden. Zwischen die Zehen gehört in der Regel keine fettreiche Creme, weil dort Feuchtigkeit stehen bleibt.

Nägel gerade und nicht zu kurz schneiden

Zehennägel werden möglichst gerade gekürzt. Schneiden Sie die Ecken nicht tief heraus, weil das Einwachsen fördern kann. Scharfe Kanten lassen sich vorsichtig feilen.

Wenn Sehen, Beweglichkeit oder Handkraft nicht ausreichen, ist Hilfe sicherer als ein riskanter Versuch. Bei sehr dicken Nägeln, eingewachsenen Nägeln, Diabetes oder Durchblutungsstörungen kann eine podologische Behandlung sinnvoll sein. Unter bestimmten medizinischen Voraussetzungen ist eine Verordnung möglich.

Nagelpilz braucht Geduld und eine richtige Diagnose

Ein verdickter oder verfärbter Nagel kann Nagelpilz sein, aber auch andere Ursachen haben. Eine fachliche Diagnose ist sinnvoll, bevor über Monate behandelt wird. Nagelpilz verschwindet meist nicht von allein und die Therapie dauert oft lange, weil ein gesunder Nagel erst nachwachsen muss.

Teilen Sie Nagelscheren und Feilen nicht mit anderen. Waschen Sie Strümpfe regelmäßig und lassen Sie Schuhe trocknen. Behandeln Sie Fußpilz früh, weil er sich auf die Nägel ausbreiten kann.

Schuhe prüfen

Zu enge Schuhe verursachen Druckstellen und fördern eingewachsene Nägel. Tasten Sie vor dem Anziehen das Innere ab: Liegt ein Steinchen darin, ist die Einlage verrutscht oder gibt es eine harte Naht? Das ist besonders wichtig, wenn das Schmerzempfinden vermindert ist.

Zehen brauchen Platz. Die Ferse sollte trotzdem sicher sitzen. Wechseln Sie Strümpfe täglich und wählen Sie möglichst glatte, nicht einschneidende Bündchen.

Bei Diabetes keine Experimente

Diabetes kann Nerven und Durchblutung schädigen. Dann werden Druck und Schmerz schlechter wahrgenommen und Wunden heilen langsamer. Hühneraugen, starke Hornhaut oder Blasen sollten nicht mit scharfen Werkzeugen, ätzenden Pflastern oder eigenständigem Aufstechen behandelt werden.

Jede neue Wunde, Rötung oder Schwellung sollte früh ärztlich oder in einer spezialisierten Fußambulanz beurteilt werden. Warten Sie nicht darauf, dass es weh tut.

Warnzeichen

Schnelle Hilfe ist nötig bei einem roten, heißen, stark geschwollenen Fuß, Eiter, Fieber, dunkler Verfärbung oder einer Wunde, die sich ausbreitet. Plötzlich kalte, blasse oder blau verfärbte Füße können auf eine Durchblutungsstörung hinweisen.

Checkliste

  • Füße täglich angesehen
  • nach dem Waschen gut getrocknet
  • Nägel gerade und nicht zu kurz gekürzt
  • Schuhe innen geprüft
  • Druckstellen entlastet
  • keine scharfen Werkzeuge bei Risikofüßen benutzt
  • bei Diabetes kleine Wunden früh gezeigt
  • podologische Hilfe genutzt, wenn Selbstpflege unsicher ist

Kurz merken

Fußpflege beginnt mit Hinsehen. Je früher eine kleine Veränderung auffällt, desto leichter lässt sie sich meist behandeln.

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