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Medikamente und Alkohol: Was Sie wissen sollten

Alkohol kann Wirkungen und Nebenwirkungen vieler Medikamente verändern. Eine aktuelle Liste und eine offene Frage in Praxis oder Apotheke schaffen Sicherheit.

Inhalt

  1. Besonders riskant: Mittel, die müde machen
  2. Weitere wichtige Gruppen
  3. Eine Medikamentenliste verhindert Ratespiele
  4. Ehrlich fragen, ohne sich zu rechtfertigen
  5. Medikamente nicht für eine Feier verändern
  6. Warnzeichen
  7. Checkliste für den nächsten Termin
  8. Kurz merken

Ein Glas Wein zum Essen, ein Bier am Abend und dazu die gewohnten Tabletten: Diese Kombination wirkt alltäglich. Trotzdem lässt sich nicht allgemein sagen, dass eine kleine Menge immer harmlos ist. Alkohol kann Medikamente verstärken, abschwächen oder ihre Nebenwirkungen gefährlicher machen.

Im höheren Alter baut der Körper Alkohol und manche Wirkstoffe langsamer ab. Gleichzeitig nehmen viele Menschen mehrere Medikamente ein. Dadurch werden Wechselwirkungen unübersichtlicher. Die sicherste Regel lautet deshalb: Bei jedem neuen Medikament ausdrücklich nach Alkohol fragen.

Besonders riskant: Mittel, die müde machen

Schlaf- und Beruhigungsmittel, bestimmte starke Schmerzmittel und einige Medikamente gegen psychische Erkrankungen dämpfen das Gehirn. Alkohol wirkt ebenfalls dämpfend. Zusammen können Benommenheit, verlangsamte Reaktion, Stürze und im schlimmsten Fall Atemprobleme auftreten.

Das gilt auch dann, wenn das Medikament am Abend „wie immer“ genommen wird. Der Körper unterscheidet nicht zwischen einem gesellschaftlichen Getränk und Alkohol als Wirkstoff. Wer ein Schlafmittel, ein Beruhigungsmittel oder ein opioidhaltiges Schmerzmittel nimmt, sollte Alkohol nur nach klarer ärztlicher oder pharmazeutischer Auskunft trinken; bei vielen dieser Mittel ist die Kombination ganz zu vermeiden.

Weitere wichtige Gruppen

Bei Blutverdünnern kann Alkohol das Blutungsrisiko beeinflussen und zusätzlich die Sturzgefahr erhöhen. Bei Diabetes kann Alkohol zu einer Unterzuckerung beitragen, die noch Stunden später auftreten kann. Bestimmte Schmerzmittel belasten zusammen mit Alkohol Magen, Leber oder Nieren stärker.

Auch einige Allergiemittel, Muskelentspanner und Medikamente gegen Epilepsie können mit Alkohol stärker müde machen. Manche flüssigen Arzneimittel enthalten selbst Alkohol. Die Packungsbeilage gibt Hinweise, ersetzt aber bei mehreren Medikamenten nicht die persönliche Prüfung.

Eine Medikamentenliste verhindert Ratespiele

Schreiben Sie alle Mittel auf, nicht nur die vom Hausarzt verordneten. Dazu gehören:

  • verschreibungspflichtige Tabletten, Tropfen, Pflaster und Spritzen
  • frei gekaufte Schmerz- und Schlafmittel
  • pflanzliche Präparate
  • Nahrungsergänzungsmittel
  • medizinische Tropfen oder Säfte

Ergänzen Sie Dosis und Einnahmezeit. Nehmen Sie die Liste zu jeder Praxis und möglichst immer in dieselbe Stammapotheke mit. Dort lassen sich Wechselwirkungen besser überblicken.

Ehrlich fragen, ohne sich zu rechtfertigen

Eine genaue Antwort ist nur möglich, wenn die Trinkmenge realistisch beschrieben wird. „Gelegentlich“ kann ein Glas im Monat oder mehrere Gläser pro Woche bedeuten. Besser ist:

Ich trinke an etwa drei Abenden pro Woche ein Bier. Verträgt sich das mit meinen Medikamenten, und gibt es Tage, an denen ich ganz verzichten muss?

Niemand sollte dafür beschämt werden. Es geht um eine sichere Behandlung.

Medikamente nicht für eine Feier verändern

Lassen Sie keine Dosis aus, um Alkohol trinken zu können. Verschieben oder halbieren Sie Medikamente nicht eigenständig. Manche Wirkstoffe bleiben lange im Körper, sodass ein zeitlicher Abstand allein das Problem nicht löst.

Wenn eine Feier oder Reise ansteht, fragen Sie rechtzeitig. Dann kann geklärt werden, ob Alkohol ganz vermieden werden soll und wie Medikamente sowie Mahlzeiten geplant werden.

Warnzeichen

Starke Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Atemprobleme, Ohnmacht, Blut im Erbrochenen, schwarzer Stuhl oder schwere Unterzuckerungszeichen verlangen schnelle medizinische Hilfe. Im Zweifel gilt 112. Eine bewusstlose Person darf nicht allein gelassen werden.

Wer regelmäßig größere Mengen Alkohol trinkt, sollte nicht plötzlich ohne medizinische Begleitung aufhören. Ein Entzug kann gefährlich werden. Hausarztpraxis und Suchtberatung helfen vertraulich bei der Planung.

Checkliste für den nächsten Termin

  • vollständige Medikamentenliste mitgenommen
  • frei gekaufte Mittel ergänzt
  • Trinkmenge ehrlich beschrieben
  • für jedes neue Medikament nach Alkohol gefragt
  • keine Dosis selbst verändert
  • Warnzeichen und Ansprechpartner geklärt

Kurz merken

Die Frage nach Alkohol gehört zu einer guten Medikamentenberatung. Sie ist weder peinlich noch nebensächlich, sondern kann Stürze und schwere Nebenwirkungen verhindern.

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