Seniorenalltag · Miteinander & Lebensfreude Ein Ehrenamt finden, das gut tut
Zeit schenken ist wertvoll. So findest du eine Aufgabe, die zu deinem Leben und deiner Kraft passt.
Inhalt
Ein Ehrenamt kann dem Alltag Sinn und einen guten Rhythmus geben. Man hilft anderen, lernt Menschen kennen und merkt: Meine Erfahrung wird noch gebraucht.
Aber die Aufgabe muss zum eigenen Leben und zur eigenen Kraft passen. Ein Ehrenamt ist freiwillig. Es soll guttun und nicht zur nächsten unbezahlten Vollzeitstelle werden.
Was können Sie geben?
Nicht jeder kann schwere Arbeit leisten. Das muss auch nicht sein.
Vielleicht können Sie gut zuhören, vorlesen, Kaffee ausschenken, Dinge sortieren, jemanden begleiten, telefonieren oder etwas erklären. Auch Zuverlässigkeit ist eine wichtige Fähigkeit: regelmäßig da sein und Bescheid sagen, wenn es nicht geht.
Notieren Sie neben Ihren Stärken auch Ihre Grenzen. Wie lange können Sie stehen? Möchten Sie Verantwortung für Geld, Schlüssel oder Fahrten übernehmen? Welche Wochentage sollen frei bleiben?
Wo Sie suchen können
Freiwilligenagenturen und Seniorenbüros kennen viele Stellen in der Nähe. Auch Bibliotheken, Vereine, Kirchengemeinden, Tafeln, Tierheime, Schulen und Nachbarschaftshilfen suchen Unterstützung.
Fragen Sie nicht nur: „Wo wird Hilfe gebraucht?“ Fragen Sie auch: „Welche Aufgabe passt zu zwei Stunden pro Woche und kann ich zuerst ausprobieren?“
Ein möglicher Satz ist:
Ich möchte mich ehrenamtlich engagieren. Gibt es eine Aufgabe, die auch mit wenig Stunden möglich ist?
Erst kennenlernen, dann zusagen
Sagen Sie nicht sofort für ein ganzes Jahr zu. Vereinbaren Sie einen Besuch, lernen Sie die Ansprechperson kennen und lassen Sie sich die Aufgabe genau erklären.
Besser:
Ich möchte vier Wochen ausprobieren, ob die Aufgabe für beide Seiten passt.
Klären Sie, ob Sie versichert sind, wer bei Problemen hilft und welche Auslagen erstattet werden. Für Fahrdienste, Arbeit mit Kindern oder verantwortungsvolle Aufgaben können zusätzliche Nachweise nötig sein.
Auf das eigene Gefühl achten
Ein gutes Ehrenamt gibt meist etwas zurück: Freude, Kontakt, Sinn oder einen festen Termin in der Woche. Natürlich darf eine Aufgabe manchmal anstrengend sein. Dauernder Druck, schlechtes Gewissen oder ständige Zusatzaufgaben sind aber Warnzeichen.
Grenzen setzen
Sagen Sie klar, was Sie leisten können.
Ich kann dienstags zwei Stunden. Mehr möchte ich nicht fest zusagen.
Eine klare Grenze ist keine Schwäche. Sie macht das Ehrenamt verlässlich.
Wichtig
Zeit ist wertvoll. Wenn Sie sie schenken, darf sie gut behandelt werden.
Ein gutes Ehrenamt passt zu Ihrem Leben, Ihrer Kraft und Ihrem Herzen. Und wenn es nicht mehr passt, darf es verändert oder beendet werden.


