Seniorenalltag · Zuhause & Sicherheit Ordnen in Griffhöhe: weniger Bücken, weniger Suchen
Dinge des täglichen Lebens sollten gut erreichbar sein. Griffhöhe spart Kraft und senkt das Risiko für Stürze.
Inhalt
Viele Wohnungen sind für jüngere, beweglichere Körper eingerichtet. Oben im Schrank, unten im Fach, hinten in der Ecke: Das funktioniert lange, bis Bücken, Strecken und Klettern mühsam werden.
Ordnen in Griffhöhe macht den Alltag leichter. Es bedeutet: Was oft gebraucht wird, kommt dorthin, wo man sicher drankommt.
Kurz gesagt
- Häufig genutzte Dinge gehören zwischen Knie- und Schulterhöhe.
- Schwere Dinge gehören nicht nach oben.
- Tritthocker sollten möglichst vermieden werden.
- Bad, Flur und Wohnzimmer bringen schnell Entlastung.
- Kleine 15-Minuten-Runden reichen.
Was ist Griffhöhe?
Griffhöhe ist der Bereich, den Sie bequem erreichen können, ohne sich stark zu bücken, zu strecken oder auf etwas zu steigen.
Das ist bei jedem Menschen etwas anders. Darum gilt: nicht nach Norm ordnen, sondern nach Körpergefühl.
Ein guter Test:
Stellen Sie sich vor den Schrank. Was erreichen Sie sicher mit beiden Füßen am Boden? Genau dort gehören die wichtigen Dinge hin.
Bad
Im Bad sollten täglich genutzte Dinge leicht erreichbar sein:
- Zahnbürste
- Medikamente, falls sie dort sicher aufbewahrt werden
- Creme
- Kamm
- Handtuch
- Toilettenpapier
- Duschmittel
Wichtig: Nichts sollte auf dem Boden stehen, wenn man darüber stolpern kann. Körbe neben der Dusche sehen praktisch aus, werden aber schnell zur Falle.
Flur
Der Flur ist oft schmal. Dort sammeln sich Schuhe, Taschen, Rollator, Einkaufstrolley und Jacken.
Hilfreich ist:
- feste Stelle für Schlüssel
- Sitzmöglichkeit zum Schuheanziehen
- Schuhregal ohne lose Schuhe im Weg
- Haken in gut erreichbarer Höhe
- Tasche nicht auf dem Boden
- genug Platz für Rollator oder Gehhilfe
Ein freier Flur ist ein Sicherheitsgewinn.
Wohnzimmer
Am Lieblingsplatz sollten wichtige Dinge erreichbar sein, ohne dass man sich verrenkt:
- Brille
- Fernbedienung
- Telefon
- Getränk
- Taschentücher
- Lesebrille
- Notrufknopf, falls vorhanden
Ein kleiner Beistelltisch ist oft besser als ein übervoller Couchtisch.
Küche kurz mitdenken
Auch wenn dieser Artikel Bad, Flur und Wohnzimmer betont: In der Küche gilt dasselbe. Schwere Töpfe, häufig genutzte Teller und Vorräte sollten nicht ganz oben oder ganz unten lagern.
Wenn ein Tritthocker nötig wird, ist die Ordnung oft noch nicht altersfreundlich genug.
15-Minuten-Runde
Nehmen Sie sich nicht die ganze Wohnung vor. Stellen Sie einen Wecker auf 15 Minuten und ordnen Sie nur eine Zone.
Fragen Sie:
- Was brauche ich täglich?
- Was ist zu hoch?
- Was ist zu tief?
- Was steht im Weg?
- Was kann weg oder in eine Kiste?
Checkliste
- tägliche Dinge in Griffhöhe
- schwere Dinge nicht oben
- Tritthocker möglichst überflüssig
- Flur frei von Schuhen und Taschen
- Lieblingsplatz gut ausgestattet
- Badprodukte erreichbar
- Ersatzvorräte getrennt von Alltagsdingen
- eine Zone pro Woche geprüft
Kurz merken
Gute Ordnung heißt nicht: alles perfekt. Gute Ordnung heißt: wichtige Dinge sind sicher erreichbar.


