Kolumne · Maßlose Wahrheit Leichtgewicht-Rollstuhl D200-V - worauf es im Alltag wirklich ankommt
Ein Rollstuhl muss nicht mit großen Worten überzeugen. Er muss passen, sicher bremsen und sich im Alltag gut handhaben lassen. Bruno schaut sich den D200-V mit Trommelbremse genau unter diesen Gesichtspunkten an.
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Dieser Beitrag stellt ein Produkt aus dem Sortiment unseres Sponsors MySelf vor. Die Auswahl und Bewertung des Inhalts verantwortet Seniorenleben. Produktangaben können sich ändern. Entscheidend ist deshalb immer die persönliche Beratung und eine Probefahrt.
Ein Rollstuhl muss zum Menschen passen
Wer einen Rollstuhl sucht, steht schnell vor einer Wand aus Zahlen, Abkürzungen und großen Versprechen. Da ist von Leichtgewicht, Anpassung und besonderem Komfort die Rede. Aber was heißt das für den Alltag?
Ich würde es einfacher sagen: Ein Rollstuhl muss zu dem Menschen passen, der darin sitzt. Er muss sich sicher anfühlen. Die Bremsen müssen gut erreichbar sein. Und wenn der Stuhl regelmäßig ins Auto soll, muss jemand ihn auch wirklich heben können.
Der D200-V von Vermeiren ist ein faltbarer Rollstuhl, den es in mehreren Sitzbreiten gibt. Die hier besprochene Ausführung hat zusätzlich Trommelbremsen für die Begleitperson. Das klingt zunächst vernünftig. Ob es auch passt, zeigt sich aber nicht im Prospekt, sondern erst bei einer guten Probefahrt.
Was mir am D200-V gefällt
Der Rollstuhl lässt sich an mehreren Stellen einstellen. Dazu gehören unter anderem die Sitzhöhe, die Rückenlehne, die Armlehnen und die Fußstützen. Das ist wichtig, denn Menschen sind verschieden gebaut. Eine falsche Sitzbreite oder eine schlecht eingestellte Fußstütze kann schon nach kurzer Zeit unangenehm werden.
Auch die Auswahl verschiedener Sitzbreiten ist ein Vorteil. Laut Hersteller reicht sie von 38 bis 52 Zentimetern. Trotzdem sollte niemand die passende Breite allein nach einer Zahl bestellen. Winterkleidung, Körperhaltung und persönliche Beweglichkeit spielen ebenfalls eine Rolle.
Gut finde ich außerdem die Trommelbremsen an den Schiebegriffen. Eine Begleitperson kann damit das Tempo besser kontrollieren, zum Beispiel auf einem leicht abschüssigen Weg. Die Trommelbremse ersetzt jedoch weder Aufmerksamkeit noch eine Einweisung. Sie ist eine Hilfe, kein Freibrief für schwierige Wege.
Leichtgewicht heißt nicht federleicht
Beim Wort Leichtgewicht denkt man schnell an einen Stuhl, den man mühelos mit einer Hand in den Kofferraum hebt. So leicht ist der D200-V nicht. Je nach Ausführung und Ausstattung liegt sein Gewicht ungefähr zwischen 16 und 18 Kilogramm. Einzelne Teile wie Fußstützen und Hinterräder lassen sich abnehmen. Dadurch kann das schwerste Stück leichter werden.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: Ist der Rollstuhl laut Prospekt leicht? Die bessere Frage ist: Kann die Person, die ihn regelmäßig einlädt, ihn sicher heben?
Das sollte man vor dem Kauf am eigenen Auto ausprobieren. Dabei merkt man auch, ob der gefaltete Rollstuhl durch die Kofferraumöffnung passt. Zusammengefaltet ist er laut Produktangaben etwa 30 Zentimeter breit. Die Länge und Höhe hängen von der Einstellung und den angebauten Teilen ab.
Wer beim Heben unsicher ist oder Rückenprobleme hat, sollte sich zeigen lassen, welche Teile vorher abgenommen werden können. Manchmal ist ein etwas leichteres Modell sinnvoller. Manchmal hilft eine andere Hebetechnik. Und manchmal stellt sich heraus, dass der Rollstuhl nur selten transportiert werden muss. Genau dafür ist eine Beratung da.
Der Bordstein ist kein Muttest
Ein niedriger Bordstein sieht harmlos aus. Für einen Rollstuhl kann er trotzdem zur gefährlichen Stelle werden. Kleine Vorderräder können an der Kante hängen bleiben. Wird der Rollstuhl dabei unkontrolliert gekippt, besteht Sturzgefahr.
Darum gehört das Überwinden einer Kante in geübte Hände. Eine Fachkraft sollte der Begleitperson zeigen, wie die Ankipphilfe benutzt wird und wie der Rollstuhl sicher gehalten wird. Wer allein unterwegs ist, nimmt besser eine abgesenkte Stelle oder eine Rampe. Ein Umweg ist weniger ärgerlich als ein Sturz.
Vor dem Ein- und Aussteigen müssen die Feststellbremsen sicher greifen. Fußstützen dürfen nicht im Weg sein. Auch lose Teppiche, schmale Türen und hohe Schwellen sollte man zu Hause prüfen. Ein guter Rollstuhl nützt wenig, wenn der tägliche Weg voller vermeidbarer Hindernisse bleibt.
Was vor dem Kauf ausprobiert werden sollte
Eine Probefahrt sollte mehr sein als eine Runde über den glatten Boden im Geschäft. Nehmen Sie sich Zeit und achten Sie auf diese Punkte:
- Sitzen: Ist seitlich genug Platz, ohne dass der Sitz zu breit ist? Fühlen sich Rücken und Beine gut gestützt an?
- Bremsen: Lassen sich Feststellbremsen und Trommelbremsen ohne große Kraft bedienen?
- Fahren: Kommt die Person mit den Greifreifen zurecht? Lässt sich der Rollstuhl gut lenken?
- Schieben: Passen die Schiebegriffe zur Körpergröße der Begleitperson?
- Falten und Heben: Klappt das Zusammenlegen verständlich? Kann der Rollstuhl sicher ins eigene Auto gehoben werden?
- Wohnung: Reicht die Gesamtbreite für Türen, Flur und Bad?
Wenn der Rollstuhl täglich und über längere Zeit genutzt wird, sollte auch das Sitzkissen fachlich ausgewählt werden. Druckstellen darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Bei Schmerzen, Taubheitsgefühlen oder geröteter Haut ist fachlicher Rat wichtig.
Die wichtigsten Daten in einfacher Form
Der D200-V ist für ein Körpergewicht von bis zu 130 Kilogramm ausgelegt. Er ist in Sitzbreiten von 38 bis 52 Zentimetern erhältlich. Die Gesamtbreite liegt jeweils ungefähr 20 Zentimeter über der gewählten Sitzbreite. Das sollte man besonders bei schmalen Türen beachten.
Die Sitzhöhe und weitere Teile lassen sich anpassen. Der Rollstuhl ist faltbar und mit abnehmbaren Bauteilen ausgestattet. Die Ausführung mit Trommelbremse trägt die Hilfsmittelnummer 18.50.02.2117. Ob und unter welchen Voraussetzungen eine Krankenkasse die Versorgung übernimmt, sollte vor dem Kauf mit dem Sanitätshaus und der Krankenkasse geklärt werden.
Technische Werte hängen von der gewählten Ausführung ab. Verbindlich sind deshalb die Angaben zum konkret angebotenen Modell.
Brunos maßlose Wahrheit
Der D200-V macht einen durchdachten Eindruck. Viele Teile lassen sich einstellen, verschiedene Sitzbreiten stehen zur Wahl und die Trommelbremsen können eine Begleitperson unterstützen. Das sind echte Vorteile.
Trotzdem ist er nicht automatisch für jeden Menschen der richtige Rollstuhl. Sein Gewicht sollte man nicht unterschätzen. Auch die beste Ausstattung hilft wenig, wenn Sitzbreite, Fußstützen oder Bremsen nicht richtig eingestellt sind.
Mein Fazit ist deshalb angenehm unspektakulär: Nicht blind bestellen. Hinsetzen, fahren, bremsen, falten und heben. Wenn all das im eigenen Alltag gut klappt, kann der D200-V ein verlässlicher Begleiter sein. Wenn nicht, ist ein anderes Modell die bessere Wahl. Ein Rollstuhl ist schließlich kein Möbelstück. Er ist ein Stück Bewegungsfreiheit.
Weitere Informationen gibt es beim D200-V im MySelf-Shop und direkt beim Hersteller Vermeiren.
Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung oder persönliche Anpassung. Lassen Sie Eignung, Sitzposition und sichere Bedienung von einer Fachkraft prüfen.